Ein Trainer, eine Mannschaft und ein Torwart: Gerade im Kinderfußball ist das Alltag. Während die Feldspieler trainieren, kann der Trainer schließlich nicht gleichzeitig am Tor stehen und individuelles Torwarttraining geben.

Trotzdem muss der Torwart nicht zu kurz kommen. Mit ein paar einfachen Organisationsformen lässt sich auch alleine gezielt mit dem Torwart arbeiten.

1. Ein Kind wird zum „Torwarttrainer“

Der einfachste Trick: Ein Mitspieler übernimmt für einige Minuten die Rolle des Zuspielers.

Das kann ganz einfach aussehen: Ein Kind spielt dem Torwart Bälle zu, schießt aus verschiedenen Positionen oder spielt einen Pass für eine anschließende Spieleröffnung. Nach einigen Aktionen wird gewechselt.

So trainiert der Torwart – und der andere Spieler bekommt gleichzeitig eine Aufgabe.

Wichtig ist, die Aufgabe einfach zu halten. Das Kind muss kein Torwarttrainer sein. Es soll lediglich dafür sorgen, dass der Torwart viele Wiederholungen bekommt.

2. Den Torwart in die Übung einbinden

Nicht jede Übung braucht einen Torwart, der danebensteht und auf den nächsten Schuss wartet. Oft lässt sich der Torwart direkt in die Übung integrieren.

Bei einer Pass- oder Spielform kann er beispielsweise als Anspielstation eingebaut werden. Bei einer Übung zum Torabschluss wird er zum aktiven Teil der Aktion. Und bei kleinen Spielen bekommt er zusätzlich Aufgaben für das Mitspielen und die Spieleröffnung.

Der Vorteil: Der Torwart trainiert gemeinsam mit den anderen Kindern und muss nicht separat betreut werden.

3. Eine eigene Aufgabe in der Spielform

Manchmal möchtest du mit einer Gruppe einen bestimmten Schwerpunkt trainieren und kannst dich deshalb nicht gleichzeitig um den Torwart kümmern.

Dann kann der Torwart eine eigene, klar definierte Aufgabe bekommen.

Zum Beispiel:

3 gegen 3 auf zwei Tore:
Der Torwart soll nach einem Ballgewinn möglichst schnell einen Mitspieler anspielen.

Oder:

Spiel auf ein Tor:
Nach jeder Parade soll der Torwart den Ball gezielt zu einem Mitspieler eröffnen.

Oder:

Kleine Spielform:
Der Torwart darf seinen Strafraum verlassen und als zusätzlicher Feldspieler mitspielen.

So trainiert der Torwart auch innerhalb der Spielform einen bestimmten Schwerpunkt – ohne dass der Trainer permanent danebenstehen muss.

4. Kurze Torwartphasen statt eines langen Sondertrainings

Es muss auch nicht immer ein komplettes Torwarttraining sein.

Fünf Minuten gezielte Torwartarbeit können sinnvoller sein als 20 Minuten, in denen der Torwart hauptsächlich wartet. Plane deshalb lieber mehrere kurze Phasen ein und kombiniere sie mit Mannschaftsübungen und Spielformen.

So bleibt der Torwart über die gesamte Trainingseinheit aktiv.

Das Wichtigste: Der Torwart ist Teil der Mannschaft

Gerade im Kinderfußball sollte Torwarttraining nicht bedeuten, dass ein Kind möglichst lange allein am Tor steht.

Als alleiniger Trainer funktioniert deshalb eine Mischung besonders gut:

Mitspieler als Zuspieler → Torwart in Mannschaftsübungen integrieren → eigene Aufgaben in Spielformen → wieder ins Mannschaftstraining.

So bekommt der Torwart gezielte Wiederholungen, bleibt gleichzeitig Teil der Mannschaft und du musst dich nicht in zwei Trainer aufteilen.