Ich stehe als Trainer einer E-Jugend mitten im Winter auf dem Platz und frage mich: Muss ich mit den Kindern jetzt eigentlich dehnen?
Die Antwort ist nicht ganz eindeutig. Es gibt keine eine Regel, die überall passt. Trotzdem lässt sich ein klarer Tenor ableiten, auch aus DFB-Material: Im Kinderfußball muss Dehnen noch kein fester Trainingsbestandteil sein. Mit Beginn der Pubertät wird es wichtiger und sollte Schritt für Schritt dazukommen.
Dehnen ist nicht gleich Dehnen
Viele denken bei Dehnen an statisches Halten in einer Position. Das ist für eine E-Jugend meist nicht nötig.
Was im Training eher Sinn macht, ist Mobilisation in Bewegung. Also kurze, dynamische Bewegungen, die Gelenke und Muskulatur vorbereiten. Das passt auch besser zum Fußball und zum kindgerechten Aufwärmen.
Was heißt das für die E-Jugend im Winter?
Dein Hauptziel ist: warm werden, wach werden, gut bewegen. Im Winter bedeutet das vor allem: keine langen Standzeiten. Kinder kühlen schnell aus und verlieren den Fokus.
Statt Dehnzirkel funktioniert oft besser:
– Spielerisches Ankommen mit Bewegung.
– Ein paar Mobilisationsübungen in Bewegung.
– Dann direkt mit Ball starten.
Wenn du überhaupt Dehnen einbaust, dann kurz, dynamisch und ohne lange Haltezeiten.
Ab wann wird Dehnen wichtiger?
Laut DFB-Tenor steigt die Bedeutung mit der Pubertät. Ab etwa 11 oder 12 Jahren macht es mehr Sinn, Dehnen bewusster einzuführen. Spätestens in der C-Jugend gehört ein strukturiertes Aufwärmen, inklusive kurzer Dehn- und Mobilisationsanteile, eher zum Standard.
Fazit
In der E-Jugend musst du Dehnen nicht als Pflichtprogramm sehen. Ein gutes, aktives Aufwärmen ist wichtiger. Dehnen kannst du als kleine, dynamische Elemente einfließen lassen und ab dem Pubertätsalter Schritt für Schritt stärker einbauen.
